🃏 Wie Omaha funktioniert und warum es kein Hold'em ist
Die Zwei-Karten-Regel, Pot-Limit und warum Hände in PLO so nah beieinanderliegen · Anfänger
Omaha wirkt wie Hold'em mit zwei Karten mehr, ist aber in Wirklichkeit ein anderes Spiel: Es gibt dutzendfach mehr Kombinationen, die Vorteile sind kleiner, und die Einsatzhöhe ist durch den Pot begrenzt. In dieser Lektion: die Regel, an der selbst erfahrene Hold'em-Spieler scheitern, die genaue Berechnung eines Pot-Raises und die Zahlen, die erklären, warum du dich in Omaha nicht in ein Paar Asse „verlieben“ darfst.
Genau zwei Karten aus der Hand
In Pot-Limit Omaha hat jeder Spieler vier Karten, auf dem Tisch liegen bis zu fünf Gemeinschaftskarten. Die Hand besteht immer aus genau zwei Karten der Hand und genau drei Karten des Boards. Nicht einer und nicht drei — zwei.
Daraus entstehen Fallen, in denen Umsteiger aus dem Hold'em Geld verlieren. Du hast A♥K♥Q♥J♥, auf dem Board liegt 9♥5♥2♣7♦3♠: vier Herz auf der Hand, zwei auf dem Board — aber kein Flush. Aus der Hand darfst du nur zwei Herz nehmen, vom Board brauchst du drei. Umgekehrt hast du auf dem Board A♠K♠Q♠J♠10♠ keinen „Royal Flush vom Board“: Du musst zwei Karten aus der Hand spielen. Einen Straight Flush hast du nur, wenn du zwei passende Pik auf der Hand hältst (zum Beispiel 9♠8♠), und ohne Pik auf der Hand hast du womöglich nicht einmal eine Straße.
Dasselbe gilt für Paare auf dem Board: Das Board 8♣8♦8♥4♠2♣ gibt dir nicht automatisch Trips Achten mit dem besten Kicker — du spielst drei Karten vom Board und zwei eigene, also 888 plus deine zwei Karten.
Warum in Omaha alles so knapp ist
Im Hold'em gibt es 1326 Starthände, im Omaha 270.725. Jede Hand enthält sechs Zwei-Karten-Kombinationen, deshalb hat der Gegner fast immer „irgendwas“: ein Paar, einen Draw, einen Blocker.
Sieh dir die Zahlen unserer Engine an. Im Hold'em gewinnt AA gegen eine zufällige Hand etwa 85 %. Im Omaha gewinnt die beste Hand des Spiels — A♠A♥K♠K♥, Asse und Könige doppelt suited — gegen eine zufällige Hand 70,7 %. Und Asse ohne Farben und Verbindungen, A♠A♥7♦2♣, kommen gegen eine zufällige Hand nur auf 61,1 %, gegen J♦10♦9♣8♣ sind es genau 50 zu 50.
Die Erkenntnis, die die ganze Strategie verändert: Preflop gibt es in Omaha fast nie einen riesigen Vorteil. Geld verdient man nach dem Flop — und zwar der, der Board, Nuts und Pot Odds besser versteht.
Pot-Limit: So berechnest du einen Pot-Raise
PLO ist ein Pot-Limit-Spiel: Setzen oder erhöhen darfst du höchstens so viel, wie im Pot liegt. Ein Pot-Raise wird so berechnet: Gedanklich callst du den Einsatz und erhöhst dann um den ganzen Pot, der nach deinem Call entstanden ist.
Schnelle Formel: Pot-Raise = 3 × letzter Einsatz + alle übrigen Chips im Pot außer diesem Einsatz selbst und deinen eigenen.
Beispiele (Blinds 0,5 und 1 bb, Stacks 100 bb):
— Open-Raise Pot: 3 × 1 + 0,5 = 3,5 bb;
— Pot-3-Bet vom Button gegen ein Open auf 3,5: 3 × 3,5 + 1,5 = 12 bb;
— Pot-4-Bet des Openers gegen eine 3-Bet auf 12: 3 × 12 + 1,5 = 37,5 bb (deine eigenen 3,5 bb vom Open gehören nicht in die Formel).
Das Wichtigste ist, den Pot richtig zu zählen. Der Pot ist alles, was in der Mitte liegt, plus alle Einsätze der aktuellen Straße, die vor dir schon gemacht wurden.
Beispiel am Flop: Preflop haben vier Spieler je 3,5 bb investiert, die Blinds haben gefoldet — in der Mitte liegen 15,5 bb. Am Flop setzt ein Gegner 10 bb, zwei callen. Der ganze Pot beträgt jetzt 15,5 + 10 + 10 + 10 = 45,5 bb. Pot-Raise: Du callst 10 (der Pot wird 55,5) und erhöhst um diese 55,5 — also auf 65,5 bb. Die schnelle Formel ergibt dasselbe: 3 × 10 + (15,5 + 10 + 10) = 65,5 bb.
Ein häufiger Fehler: das Geld aus früheren Straßen in der Mitte oder die Calls vor dir zu vergessen.
SPR: Wie viel Geld hinter dem Pot steht
SPR ist das Verhältnis vom effektiven Stack zum Pot am Flop. Das ist der wichtigste Anhaltspunkt für die Spieltiefe, und im Omaha wird er schon preflop festgelegt:
— Open auf 3,5 bb und Call vom Button: Pot 8,5 bb, dahinter 96,5 — SPR etwa 11;
— Pot-3-Bet auf 12 und Call: Pot 25,5, dahinter 88 — SPR etwa 3,5;
— Pot-4-Bet auf 37,5 und Call: Pot 76,5, dahinter 62,5 — SPR unter 1.
Bei SPR 11 ist Top Pair eine Hand für einen kleinen Pot, es spielen Nuts und große Draws. Bei SPR 3,5 ist ein starkes Paar mit gutem Draw schon bereit für All-in. Bei SPR unter 1 ist die Entscheidung schon preflop gefallen: Am Flop ist fast jeder Treffer ein All-in.
Deshalb ist die Potgröße vor dem Flop nicht einfach ein „Einsatz“, sondern die Wahl, welche Hände nach dem Flop gut spielen werden.
Wie es weitergeht
Im Kurs gehen wir vom Fundament zu den Feinheiten: Stärke der Starthände und warum Farben mehr entscheiden, als es scheint; Eröffnen aus verschiedenen Positionen; Spiel gegen ein Open; Equity und Pot Odds; Duelle am Flop; Boardtextur; Nuts; Draws und Outs; Freerolls und Wraps; Hände, die keinen großen Pot vertragen; Squeezes und 4-Bets; Blocker; C-Bet; Gegnertypen.
In der Praxis dieser Lektion: Aufgaben zum Pot-Raise und zur Stärke der Starthand. Rechne den Raise nach der Formel, nicht nach Augenmaß: Im Live-Spiel verrät dich ein Fehler bei der Einsatzhöhe sofort als Anfänger.