📊 Equity und Pot Odds: Wann ein Call Geld bringt

Equity gegen eine Range, die Pot-Odds-Formel und warum Equity ≠ Gewinn ist · Fortgeschritten

Jede Entscheidung im Poker ist ein Vergleich zweier Zahlen: Welchen Anteil am Pot gewinnst du, und wie viel zahlst du. In dieser Lektion: wie du Pot Odds für beliebige Einsatzgrößen berechnest, warum man Equity gegen eine Range und nicht gegen eine einzelne Hand rechnet, und warum 40 % Equity ohne Position weniger wert sind als 40 % in Position.

Equity — dein Anteil am Pot

Equity ist der Anteil am Pot, der dir gehört, wenn alle Karten bis zum Ende aufgedeckt werden. 40 % Equity heißt: Du gewinnst den Pot im Schnitt 40-mal von 100 (Splits werden geteilt).

Im Omaha liegen die Equitys auf allen Straßen nah an der Mitte. Sieh dir den Flop K♥8♥3♣ an: K♦K♠7♣2♦ hat Top Set, A♥10♥6♣5♦ nur den Nut Flush Draw. Man würde einen riesigen Vorteil des Sets erwarten, aber der Flush Draw hat 29,6 %. Auf dem Flop 9♣8♦2♥ hat J♠10♦7♣6♥ einen 20-Out-Wrap und ist Favorit gegen das Set Neunen 9♠9♥A♦K♣: 54,4 % gegen 45,6 %.

Pot Odds

Pot Odds sagen dir, wie viel Equity du brauchst, damit sich ein Call lohnt. Formel: benötigt = Call / (Pot nach deinem Call).

Merk dir drei Zahlen:
— Pot-Bet — benötigt 33 %;
— Bet von 2/3 Pot — 28,6 %;
— Bet von halbem Pot — 25 %.

Beispiel: Pot 20 bb, der Gegner setzt 20 bb. Du zahlst 20, um 40 plus deine 20 zu gewinnen: benötigt 20 / 60 = 33 %. Mit einem Flush Draw gegen ein Set (29,6 %) ist der Call einer Pot-Bet beim All-in ein Minus, gegen eine Bet von halbem Pot schon ein Plus.

Gegen eine Range, nicht gegen eine Hand

Die Karten des Gegners siehst du nicht, deshalb rechnet man Equity gegen eine Range — alle Hände, die er so spielt. In den Aufgaben legt der VPIP die Range des Gegners fest: VPIP 15 — ein tighter Spieler, nur die besten 15 % der Hände; VPIP 50 — ein looser, die Hälfte aller Hände.

Die Zahlen der Engine:
— A♠A♥7♦2♣ gegen VPIP 15 — 60,5 %, gegen VPIP 50 — 61,5 %. Nackte Asse sind gegen jeden Gegner fast gleich stark;
— J♠10♠9♥8♥ gegen VPIP 15 — 46,4 %, gegen VPIP 50 — 50,8 %. Ein Rundown ist gegen einen tighten Spieler Underdog, weil dessen Range voller Asse ist.

Fazit: Eine Hand, die gegen einen loosen Tisch gut ist, kann gegen einen tighten ein Minus sein — und umgekehrt.

Equity ≠ Gewinn

Equity ist dein Anteil am Pot, wenn die Karten ohne weitere Einsätze bis zum Ende aufgedeckt werden. Im echten Spiel wird aber weiter gesetzt, und nicht jeder bekommt seinen Anteil. Das nennt man Equity-Realisierung.

Was die Realisierung senkt:
— Spiel ohne Position: Du wirst unter Druck gesetzt und foldest Hände, die Equity hatten;
— Draws, die nicht zu den Nuts gehen: Du triffst den Flush, verlierst aber gegen einen höheren Flush und zahlst noch drauf;
— Multiway-Pot: Jede Bet kann von einem Spieler hinter dir geraist werden.

Was sie erhöht: Position, Nut Draws, Initiative. Deshalb ist dieselbe Hand mit 40 % Equity in Position ein Call, ohne Position oft ein Fold.

In der Praxis — 5 Aufgaben zur Equity gegen eine Range und 5 zu Call oder Fold nach Pot Odds.